Logikspiele für Kinder

Logikspiele für Kinder

Logik ist die Fähigkeit, aus dem, was man weiß, das zu folgern, was man noch nicht weiß. Sie braucht keine Vorkenntnisse: kein Rechnen, kein Lesen, keine Vokabeln. Sie lässt sich deshalb schon vor der Einschulung üben. Genau das machen diese Spiele.

Das Formen-Sudoku ist dafür das beste Beispiel: Dasselbe Rätsel trägt von der ersten Klasse mit einem Vier-mal-vier-Feld voller Formen bis zum klassischen Neun-mal-neun mit Zahlen. Wer ein Feld antippt, sieht seine Zeile, seine Spalte und seinen Block aufleuchten: Die Regel wird sichtbar, statt erklärt zu werden.

Die Birnen-Flotte ist die Suchvariante davon: Irgendwo im Meer liegen Schiffe, und jedes angetippte Feld sagt nur Wasser oder Treffer. Der Trick ist, danach nicht weiterzuraten: Ein Schiff ist länger als ein Feld, also gehört die Umgebung eines Treffers abgesucht, und weil sich Schiffe nie berühren, ist rund um ein versenktes Schiff sicher Wasser. Nebenbei wird dabei das Gitternetz gelesen: „C4" ist Spalte C, Zeile 4.

Der Turm-Baumeister geht dann einen Schritt weiter: Dort ist nicht eine einzelne Antwort richtig oder falsch, sondern eine ganze Folge von Zügen. Ein Stapel Scheiben soll von links nach rechts wandern, bewegt werden darf immer nur die oberste, und eine große Scheibe nie auf einer kleinen liegen. Wer nur auf den nächsten Zug schaut, steht ein paar Züge später fest: Genau diese Erfahrung ist der Sinn der Sache.

7 Spiele für diesen Bereich

👨‍👩‍👧 Fragen zu Logikspiele für Kinder

Ab wann kann ein Kind Sudoku spielen?

Mit einem Vier-mal-vier-Feld und Formen statt Zahlen geht das ab etwa fünf Jahren, also vor der Einschulung. Nötig ist nur die Einsicht, dass ein Symbol in einer Reihe nicht zweimal vorkommen darf: Rechnen braucht es nicht. Das Neun-mal-neun mit Zahlen wird meist ab der vierten Klasse interessant.

Warum ist der Turm-Baumeister schwerer, als er aussieht?

Weil zwei Regeln genügen, um eine Aufgabe zu bauen, die sich nicht abzählen lässt. Drei Scheiben brauchen sieben Züge, vier schon fünfzehn und fünf einunddreißig: Mit jeder weiteren Scheibe verdoppelt sich der Weg. Kinder merken dabei irgendwann, dass es nicht darum geht, die nächste Scheibe irgendwohin zu legen, sondern darum, Platz für die darunter zu schaffen. Verfahren kann man sich trotzdem nicht dauerhaft: Von jeder erlaubten Stellung aus führt ein Weg ans Ziel, und der Tipp-Knopf rechnet ihn aus der aktuellen Lage aus statt aus einer Musterlösung.

Können die Rätsel auch unlösbar sein?

Nein, und das ist keine Behauptung, sondern geprüft: Jedes erzeugte Rätsel wird gegen einen unabhängigen Löser gerechnet und nur behalten, wenn es genau eine Lösung hat. Ein mehrdeutiges Rätsel wäre für ein Kind bösartig: Es füllt richtig aus und bekommt trotzdem kein „geschafft", oder es lernt Raten statt Schließen.

Was bringt das Üben von Logik konkret?

Es trainiert das schrittweise Ausschließen und das Aufrechterhalten mehrerer Bedingungen gleichzeitig: Dieselbe Denkbewegung, die später beim Lösen von Textaufgaben, beim Programmieren und beim Argumentieren gebraucht wird. Belastbare Aussagen über einen Übertrag auf Schulnoten gibt es allerdings nicht; wer Ihnen das verspricht, verspricht zu viel.

Sind die Spiele auch für farbenblinde Kinder geeignet?

Ja. Die Symbole im Sudoku unterscheiden sich in der FORM, also Stern, Herz, Raute, Kleeblatt, Mond und Sonne, und nicht nur in der Farbe. Dasselbe Prinzip gilt in den übrigen Logikspielen: Wo Farbe eine Rolle spielt, kommt immer ein zweites Merkmal dazu.