Daten und Zufall

Daten und Zufall

Neben Zahlen, Größen und Formen steht in jedem Lehrplan der Grundschule ein vierter Bereich, den viele Eltern gar nicht auf dem Zettel haben: Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit. Dahinter steckt nichts Abstraktes. Es geht darum, eine Strichliste zu führen, ein Säulendiagramm zu lesen und die Wörter sicher, möglich und unmöglich richtig zu benutzen.

Gerade dieser Bereich ist der, der später am unmittelbarsten gebraucht wird. Wer ein Diagramm falsch liest, liest jede zweite Nachricht falsch. Deshalb liegt der Schwerpunkt hier aufs Ablesen und aufs Vergleichen, nicht aufs Zeichnen, und die Wahrscheinlichkeit bleibt beim offenen Kugelbeutel, an dem man abzählen kann, statt bei Brüchen, die erst viel später kommen.

4 Spiele für diesen Bereich

👨‍👩‍👧 Fragen zu Daten und Zufall

Ist Wahrscheinlichkeit nicht viel zu früh für die Grundschule?

Der Begriff schon, die Sache nicht. Was in der Grundschule verlangt wird, sind drei Wörter, nämlich sicher, möglich und unmöglich, und der Vergleich, welcher von zwei Ausgängen häufiger zu erwarten ist. Beides lässt sich an einem Beutel mit Kugeln vollständig zeigen, ohne eine einzige Formel. Brüche und Prozente gehören nicht dazu und tauchen hier auch nicht auf.

Warum ist das Lesen von Diagrammen so wichtig?

Weil es die einzige mathematische Fähigkeit aus der Grundschule ist, die einem täglich begegnet, ohne dass jemand danach fragt: in der Zeitung, im Wetterbericht, auf jeder Verpackung. Der entscheidende Schritt ist dabei nicht das Rechnen, sondern von der Höhe einer Säule auf einen Wert zu schließen. Genau deshalb stehen in der Diagramm-Werkstatt keine Zahlen über den Säulen.

Was kann ich zu Hause dazu machen?

Eine Strichliste über eine Woche: Wie oft regnet es, wie viele Autos welcher Farbe stehen in der Straße, wer räumt wie oft den Tisch ab. Am Ende gemeinsam ein Säulendiagramm daraus malen. Das ist genau der Weg, den die Schule geht, nämlich Daten erheben, ordnen und darstellen, und braucht nichts außer Papier.